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BTV-Topthema: Das Trainerdasein

02.07.2022

Betreuen, beraten, trainieren, kritisieren, beistehen, motivieren, unterstützen, kümmern – das Aufgabenspektrum von Trainer:innen ist breitgefächert. Die Rollen, die sie gegenüber ihren Schützlingen einnehmen müssen, sind genauso vielfältig wie anspruchsvoll. Neben dem reinen Fachwissen, das auf dem Platz angewandt werden muss, sind besonders auch psychologische und pädagogische Fähigkeiten Tag für Tag gefordert. Kann ich meinen Schützling heute „hart rannehmen“ oder muss ich ihn doch eher mit Samthandschuhen anfassen? Wie ist sein mentaler Zustand? Ist er körperlich in der Lage, heute an seine Grenzen zu gehen? Passt das Ganze auch in die langfristige Trainings- und Wettkampfplanung? Um dem hochanspruchsvollen Anforderungsprofil gerecht zu werden, ist mentale und emotionale Stärke im Trainerjob äußerst wichtig. Doch was macht eine:n guten Trainer:in darüber hinaus wirklich aus? „Hier könnte man sicher eine ganze Reihe an Eigenschaften bzw. sozialen Kompetenzen nennen, aber unerlässlich sind sicherlich Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion“, erläutert Dr. Jens-Peter Gnam, Mitglied des Lehrteams des Badischen Sportbunds Nord an der Sportschule Schöneck, und fügt an: „Auch sollte man sich immer darüber im Klaren sein, dass man als Trainer:in eine Vorbildfunktion hat, insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“.

Neben sozialen Kompetenzen müssen gute Übungsleiter:innen aber vor allem eines: Für ihre Sportart brennen. Wer die Kunst beherrscht, seine eigene Leidenschaft an andere zu übertragen, wird es leichter haben, das Entwicklungspotenzial der eigenen Schützlinge vollends auszuschöpfen. Außerdem können Trainer:innen, die mit Herzblut bei der Sache sind und ihre Begeisterung für die Sportart anderen Menschen vermitteln, diese langfristig binden. So gewinnen nicht nur Einzelpersonen bzw. einzelne Teams von guten Coaches, sondern ganze Sportarten.  

Gerade auf dem Tennisplatz sind gut ausgebildete ‘Fachkräfte‘ besonders wichtig, ist der Tennissport in all seinen Facetten doch hochanspruchsvoll. Technisch, taktisch, koordinativ, mental aber auch im athletischen Bereich – die Anforderungen sind enorm, kaum eine andere Sportart verlangt den Athlet:innen im Gesamtpaket so viel ab. „Tennis ist eine extrem komplexe Sportart“, weiß auch Dr. Jens-Peter Gnam. Die Summe der vielen Einzelkomponenten zeigt, „dass Tenniscracks auf unterschiedlichsten Ebenen fit sein müssen und das wiederum stellt auch Tennistrainer:innen vor große Herausforderungen“. Sie sind es schließlich, die dafür verantwortlich sind, dass ihre Schützlinge den hohen Anforderungen auf dem Platz standhalten. Doch wie werde ich überhaupt Tennistrainer:in? Wie sieht das Ausbildungssystem in Baden aus?

C-Trainer:in
Die C-Trainer:innen-Lizenz befähigt zur Tätigkeit als Trainer:in und vermittelt alle dafür notwendigen Inhalte. Sie ist die Basis für ein gutes Tennistraining im Verein. Inhalte sind unter anderem Koordination und Kondition, Technik und Taktik, Bewegungsspiele, Mitgliedergewinnung und Kindertennis. Die C-Lizenz wird mit den Schwerpunkten Breiten- oder Leistungssport angeboten.
Neben der Mitgliedschaft bei einem unserem Verband angeschlossenen Verein bzw. Tennisabteilung wird ein Eingangsalter 18 Jahre (Beginn Basismodul!) vorausgesetzt. Eine Informationsveranstaltung über die Anforderungen der Ausbildung (Theorie und Praxis) ist vorab Pflicht, je nach Eignungsempfehlung des Bewerbers muss ein separater Eignungstest absolviert werden.

B-Trainer:in
Die Ausbildung als B-Trainer:in spezialisiert weiter, fortführende Inhalte werden vermittelt. Auf der Grundlage der C-Trainer:innen-Ausbildung und mit mindestens zwei Jahren Erfahrung können DTB-Trainerinnen und DTB-Trainer die B-Lizenz erwerben, die es mit der Ausrichtung Leistungssport und Breitensport gibt.
Neben einer gültigen staatlichen Lizenz als C-Trainer:in, einer Abschlussnote von 2,5 oder besser müssen mindestens 2 Jahre Tätigkeit als C-Trainer:in nachgewiesen werden. Ebenfalls wird eine gute Beherrschung der Feinform aller Schläge vorausgesetzt, die in einem separaten Eignungstest nachgewiesen werden muss.

A-Trainer:in
Die A-Lizenz ist die höchste Lizenz, die Ausbildung wird ausschließlich vom DTB durchgeführt. Voraussetzung für die Teilnahme an den drei Lehrgangswochen ist eine bestandene Zulassungsprüfung in Theorie und Praxis. Kandidat:innen für die A-Trainer:innen-Ausbildung müssen im Besitz einer gültigen B-Lizenz sein und sich grundsätzlich über ihren Landesverband um die Teilnahme an der Zulassungsprüfung bewerben. Eine direkte Anmeldung beim DTB ist nicht möglich.

Tennisassistenz
Diese Ausbildung ist gedacht für interessierte Tennisspieler:innen und Vereinsmitglieder, die nicht die Spielstärke und die tennistechnischen Fähigkeiten besitzen, um eine C-Lizenz zu tennistechnischen Voraussetzungen zu erwerben. Ebenso können jüngere Spieler:innen, die nicht an einer Schülermentoren-Ausbildung teilnehmen können, diese absolvieren.
Der Lehrgang wird ohne Prüfung abgeschlossen, wobei die Teilnehmer:innen ein Abschlusszertifikat (keine Trainerlizenz) erhalten.

 

Alles Weitere zum Trainerdasein, den Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und viele weitere Informationen gibt es in den kommenden Wochen auf unseren Social-Media-Kanälen, unserer Homepage und in der kommenden Ausgabe unseres Verbandsmagazins baden tennis (Erscheinungsdatum 20. Juli 2022). Bleiben Sie dran!


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