Das Konzept

Die Entwicklung vom Tennistalent zum Tennisprofi stellt einen langfristigen Prozess dar, der sich meist über mehr als ein Jahrzehnt erstreckt. Um diesen Prozess optimal zu gestalten, hat der BTV ein neues Jugend-Leistungssportkonzept erstellt, nach dem künftig über das komplette Verbandsgebiet hinweg agiert werden soll. Ziel ist es, möglichst viele talentierte Kinder und Jugendliche zu sichten, sie nach leistungssportlichen Kriterien individuell zu fördern und sie so an die nationale und internationale Spitze im Jugend-Tennis heranzuführen. So sollen möglichst optimale Voraussetzungen für eine eventuelle spätere Profikarriere geschaffen werden.

Das neue Konzept sieht drei Förderstufen vor: Das Grundlagentraining, das Aufbautraining und das Anschlusstraining. Die Umsetzung des zentralen Konzepts erfolgt über das gesamte Verbandsgebiet hinweg einheitlich. Dabei agiert der BTV, abhängig von der jeweiligen Förderstufe, entweder zentral in Leimen oder dezentral über seine Kooperationspartner (Talentschmieden, Talentscouts, Partnertrainer). Innerhalb der jeweiligen Förderstufen nimmt der Verband unterschiedliche Rollen ein: Während er in Förderstufe 1 überwiegend eine beratende und durch verschiedene Maßnahmen - wie z.B. Turniertage - eine unterstützende Funktion übernimmt, handelt er in den darauffolgenden Förderstufen 2 und 3 zunehmend aktiver.

Die einzelnen Förderstufen wurden im Vergleich zum alten Förderkonzept angepasst und neu eingeteilt. Ziel ist es, dem einzelnen Spieler in jeder Förderstufe die geeigneten Trainingsumfänge, -intensitäten und -maßnahmen zukommen zu lassen. Hierdurch soll jedes Talent eine bestimmte Grundförderung bekommen, die sich mit zunehmendem Leistungsniveau und zunehmender Förderstufe steigert.

Förderstufe 1: Grundlagentraining

Die Förderstufe 1, der Jüngstenbereich, dient primär als mehrjährige Sichtungsstufe und umfasst den Altersbereich der U8 bis hin zur U10. Oberstes Ziel dieser Förderstufe muss es sein, möglichst viele Kinder für den Tennissport zu begeistern und diese langfristig zu binden. Nur wenn eine ausreichende Anzahl an Spielern in der Breite zur Verfügung steht, wird es gelingen, eine leistungsstarke Spitze aufzubauen. Die Kinder sollen ausreichend Zeit haben, sich in Ruhe entwickeln zu können. Auf diese Weise soll ein geringerer Selektionsdruck, insbesondere bei den jüngeren Jahrgängen, gewährleistet werden, um langfristig aus einer möglichst breiten Masse selektieren zu können. In dieser Förderstufe sind überwiegend die Eltern und Heimtrainern im Verein bzw. über kommerzielle Anbieter an der Ausbildung beteiligt.

In diesem Bereich sollten die Talente unter kindgerechten Bedingungen und altersgemäßen Spielfeldern sowie den entsprechenden druckreduzierten Bällen spielen und trainieren. Die primäre Aufgabe des BTV ist die Bereitstellung von altersgerechten Wettkampfformaten in Form von Kids Days und U9/U10-Turniertagen. So sollen das Spielen untereinander sowie der Spaß am Wettkampf gefördert und bereits in frühen Jahren Wettkampferfahrungen gesammelt werden. Des Weiteren soll damit allen Talenten die Möglichkeit gegeben werden, ganzjährig an Turnieren gemäß ihrem Alter und ihres Könnens teilzunehmen. Zusätzlich dienen diese Wettkampfformate als Sichtungsmöglichkeiten, um flächendeckend möglichst alle tennisbegeisterten Kinder zu erfassen und deren Entwicklung zu beobachten.

Die Kids Days sind grundsätzlich für alle Kinder aus badischen Vereinen offen und stehen unter dem Motto „Spaß am Tennis“. Im Fokus steht ein überschaubarer zeitlicher Aufwand  (3 Stunden) für Kinder, Eltern und die Helfer aus den Vereinen, gut machbare Anforderungen im Hinblick auf Zählweise oder Platzbedarf.

Die geplanten U9/U10-Turniertage sind für Kinder badischer und württembergischer Vereine der jeweiligen Altersbereiche offen und stehen unter dem Motto „Spaß am Wettkampf“. Kinder, die erst später mit dem Tennis beginnen, können somit zu jedem Zeitpunkt altersgerecht an den Turniertagen teilnehmen. Ergänzend zu den Jugend-Bezirksmeisterschaften sowie dem Orange & Green-Cup ist es unser Ziel, in jedem Bezirk pro Saison (Sommer- und Wintersaison) mindestens zwei U9/U10- Turniertage anzubieten.

2-3 Talentscouts pro Bezirk sind für diese Altersgruppe verantwortlich und fungieren als Bindeglied. Die Hauptaufgabe wird darin liegen, die Kinder auf den oben genannten Wettkampfformaten zu beobachten, sich einen guten Überblick über den Jüngstenbereich zu verschaffen und in Austausch mit den Heimtrainern und Eltern zu treten.

Förderstufe 2: Aufbautraining

Die Förderstufe 2 umfasst den Ergänzungskader und wird altersbedingt weiter in den Talent-Pool (U11-U14) sowie den Perspektiv-Pool (U15-U18) untergliedert. Sämtliche Spieler der Förderstufe 2 erhalten vom BTV eine Grundförderung, mit dem Ziel, eine umfassende Ausbildung (sowohl tennisspezifisch als auch athletisch) zu gewährleisten und diese an den Landeskader heranzuführen.

Im Laufe dieser Förderstufe übernimmt der Badische Tennisverband eine zunehmend stärkere Steuerung der Trainingsleistung. So erhalten alle Spieler des Talent-Pools zusätzlich zu ihrem Heimtraining ein bis zwei Mal pro Woche ein zentrales (durch die Verbandstrainer im LLZ Leimen) oder dezentrales Verbandstraining (durch die Partnertrainer Talent-Pool). Dabei ist der intensive Austausch zwischen Heimtrainer und Partner- bzw. Verbandstrainer elementar.

Für die Nominierung in den Perspektiv-Pool spielen neben subjektiven Kriterien, wie der sportlichen Entwicklung, der Potentialeinschätzung und des Trainingsumfeldes, zunehmend auch objektive Merkmale, wie Ranglistenplatzierungen und Turnierergebnisse, eine entscheidende Rolle. Die Nominierung sowie Neuaufnahmen in den Perspektiv-Pool werden jährlich überprüft und erfolgen bis spätestens Ende Juli für die jeweils kommende Saison.

Förderstufe 3: Anschlusstraining

Eine Zugehörigkeit zum Landeskader (L-Kader) und damit zur Förderstufe 3 ist ab der U11 bis hin zur U18 möglich. Ziel dieser höchsten Förderstufe ist es, durch eine leistungsorientierte Betreuung und zunehmende Professionalisierung des Trainings (-umfeldes), insbesondere durch Erhöhung der Umfänge und Intensitäten, die einzelnen Kaderathleten an den Leistungssport heranzuführen und diese in der deutschen Spitze des eigenen Jahrgangs zu etablieren sowie international konkurrenzfähig auszubilden. Eine Nominierung für den Bundeskader wird angestrebt. Hierfür ist die Teilnahme an internationalen Turnieren der TE-Tour und später der ITF-Tour unumgänglich. Ergänzend spielen die Aktiven-Turniere auf nationaler Ebene mit zunehmendem Alter eine große Rolle.

Der Landeskader wird unter der Berücksichtigung umfassender Auswahlkriterien im November nach der Benennung des DTB-Kaders vom Präsidiumsmitglied für Jugendförderung und Leistungssport in Absprache mit den Verbandstrainern nominiert. Die Nominierung (also auch die Neuaufnahme) in den Landeskader wird jährlich überprüft und erstreckt sich immer von Januar bis Dezember des Folgejahres.

Landeskaderathleten erhalten mindestens zwei Mal pro Woche ein zentrales (durch die Verbandstrainer im LLZ Leimen) oder dezentrales Verbandstraining (durch die Partnertrainer). Eine vielfältige weitere Unterstützung in den Bereichen Athletik, Physiotherapie, Psychologie und Sportmedizin wird ebenfalls durch den BTV gewährleistet.

 
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