Wir sind wieder da

Bezirkstraining in Zeiten von Corona

Die Corona-Pandemie hat das Tennis-Training plötzlich abgewürgt. Sieben Wochen vor Ende des Hallentrainings war am 13. März plötzlich Schluss. Die Tennishallen wurden geschlossen. Alle hockten nun plötzlich daheim und überlegten, wie die freie Zeit sinnvoll zu nutzen ist. Unsere Trainer hatten von heute auf morgen keinen Job und somit keine Einnahmen mehr.  Auch alle  Trainingseinheiten in den Vereinen waren über Nacht gestoppt,  eine unglaubliche und zuvor nicht vorstellbare Situation. Aber nach dem ersten Schock rührte sich Leben. Die Sorgen der Trainer auf Bezirks- und Verbandebene galt ihren Schützlingen. Es war schnell klar, dass die trainingslose Zeit andauern wird. So wurden rasch und auf vielen Kanälen Trainingsvideos gedreht, um die Trainingsteilnehmer zu animieren, zu Hause regelmäßig und intensiv an der körperlichen Fitness zu arbeiten. Denn die Sorge war groß und wahrscheinlich auch nicht ganz unberechtigt, dass die Jugendlichen ihren Spaß an der Bewegung verlieren und sie dann mit größeren Defiziten zum Trainingsbeginn kommen würden. Denn ohne körperliche Fitness ist im Training allein nicht viel zu erreichen. Das Training in den Bezirken stellt die erste Stufe des Leistungstrainings im Verband dar. Es verfolgt das Ziel, Kaderathleten hervorzubringen, die dann im Weiteren durch das Verbandstraining und entsprechende Turniere die Athleten an die deutsche und internationale Spitze heranzuführen. Das geht nicht ohne eine gute körperliche Fitness.

An dieser Stelle möchte ich mich vor allem bei unseren Videohelden, Christian Krismeyer (Stützpunktrainer Bezirk), Rainer Öhler und Bastian Knittel (Verbandstrainer) sowie Maximilian Kuberczyk (Athletiktrainer Verband) ganz herzlich danken. Auf allen sozialen Kanälen wurde Videos gezeigt, um unsere Sportler zu motivieren, sich fit zu halten. Das war schon sehr beeindruckend, was fast täglich Neues im Netz zu finden war.

Auch ich habe versucht, den Vorgaben nachzueifern. Leider musste ich feststellen, dass die Überwindung des inneren Schweinehundes eine große Herausforderung darstellt. Der ist doch ganz schön mächtig. Hinzu kam, dass für mich die abenteuerlichen Übungen mit seltsamen Namen wie z.B. Push-Ups to T-Totation, Skater Jumps, Glute Bridge Walk-Out doch teilweise zu anspruchsvoll und wohl für eine andere Generation gedacht waren. Es würde mich doch interessieren, wer sich diese Namen ausgedacht hat. Unser Verbands-Athletiktrainer weiß dies bestimmt. Die Geschicklichkeitsübungen von Rainer Öhler gaben mir dann den Rest. Er ist ja auch nicht mehr der Jüngste, Chapeau!! Aber ich will ja auch kein Spitzenathlet werden.

Sehr erfreulich war, dass unsere Bezirks-Jugendwartin Petra Hell-Karcher  und die Trainer regelmäßigen Kontakt zu den Jugendlichen hielten, um ihnen Motivation zu geben. Nach der absoluten Pause von einem Monat wurde durch Erlass der Landesregierung das Tennis-Training unter bestimmten Hygiene- und Abstandsbedingungen wieder erlaubt. Mit unserer Bezirks-Jugendwartin und den Trainern waren wir im Bezirk schon vorher übereingekommen, dass wir sobald als möglich mit dem Training starten wollen. Wir wollten den Kindern möglichst schnell die Bewegung mit dem Ball ermöglichen und sie wieder in ein „normales“ Leben zurückführen. Nach dem Startschuss durch die Landesregierung waren allen gespannt, wie das funktionieren würde.

Nachdem am Muttertagswochenende noch ein Starkregen kam, ging es am 12. Mai nach Abtrocknen der Plätze wieder los. Die Unsicherheit war spürbar, stand und steht doch die Gesundheit der Kinder an erster Stelle. Wie groß sind die Ängste der Eltern? Wollen die Kinder überhaupt? Können sich die Trainer auf die erschwerten Bedingungen überhaupt einstellen? Macht ein Leistungstraining  unter diesen Bedingungen überhaupt einen Sinn? Darüber gibt es in den Bezirken unterschiedliche Meinungen. Wir haben uns auf einen raschen Start verständigt, zumal unserer Verband auch bei der Politik für eine Öffnung geworben hat. Nachdem die Bezirkstrainer auf die umfangreichen Hygiene- und Abstandsregeln verpflichtet waren und ich mich als Coronabeauftragter des Bezirks zur Verfügung gestellt habe, konnte es losgehen.

Die Eltern reagierten positiv und so kamen alle Kinder erfreut in ihre Trainingsgruppen. Auch war die Fitness der Jugendlichen überraschend gut. Und so wird nun wieder Aufschlag, Volleys, Taktik und andere wichtige Elemente des Tennisspiels geübt. In der Zwischenzeit ist alles eingeschwungen und funktioniert gut. Trotzdem darf bei der Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelungen nicht nachgelassen werden. Hervorzuheben ist das hohe Problembewusstsein der Jugendlichen. Sie verstehen sehr gut, dass das Einhalten der Regeln für uns eine sehr ernsthafte Angelegenheit ist. Entsprechend groß ist auch die Disziplin. Das zeigt uns, dass unsere Jugendliche mit der schwierigen Situation verantwortungsvoll umgehen. Manche Erwachsenen könnten sich an ihnen ein Vorbild nehmen. Auch die Eltern verhalten sich vom diszipliniert vom Training fern, auch wenn das verständlicherweise manchmal schwer fällt.

So sind wir zuversichtlich, dass die Jugendliche ihr Leistungsniveau trotz fehlender Trainingszeiten und Turnierpraxis in diesem Jahr zumindest erhalten können. Denn ein fehlendes Trainingsjahr ist
schwerlich aufzuholen.

Hier zwei Stimmen aus dem Bezirkstrainerteam:

 Claudine Wilk, Gaggenau:

„Ich war sehr glücklich, als ich die Nachricht bekam, ab 11.5 endlich wieder auf den Platz zu dürfen. Natürlich habe ich mir im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, wie das Training mit den Sicherheitsmaßnahmen auszusehen hat. Ein wenig nervös war ich am Anfang schon, aber diese ist schnell verflogen, da die Kinder sich super an die Vorkehrungen hielten und mittlerweile haben wir gemeinsam eine gute Routine entwickelt.

Thomas Frank, Wolfsberg:

„Schließlich sind wollen sich unsere Kinder auch bewegen und litten besonders unter dem „Homeoffice“. Daher freute ich mich auf den raschen Start. Natürlich geht man eine solche Aufgabe mit großer Demut und auch Sorge an. Aber die Kinder haben die Vorgaben von an Anfang an super eingehalten, vor allem die kleinen. Nach ein paar Trainings waren die Maßregeln für die Kids schon normal. Die Disziplin und der fröhliche Leistungswille entschädigen  für den größeren Aufwand.“

Autor: Jürgen Hurst, Fotos: Petra Hell-Karcher, Claudine Wilk, Jürgen Hurst

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