04.11.2009
Es vergeht kaum ein Verbandsspieltag an dem nicht der Oberschiedsrichter bei Unstimmigkeiten während eines Spiels gerufen wird. Die Regelsicherheit bei den Spielern ist meist nicht vollkommen und dies gibt häufig Anlass zu Diskussionen während eines Spiels.Um hier Abhilfe zu schaffen, wird der Beauftragte für Schiedsrichterwesen und Regelkunde Thomas Dreher, Mannheim, zu Regelfragen Stellung nehmen und knifflige Entscheidungen kommentieren.
Mit dieser neuen Regelecke wollen wir erreichen, dass die Zahl der Diskussionen während eines Spiels und die Zuhilfenahme des Oberschiedsrichters zur Schlichtung deutlich abnimmt.
02.01.2010
Ein Spieler schlägt nach Beendigung des Punktes einen Ball zum Gegner, damit dieser aufschlagen kann. Der Ball trifft den Gegner so unglücklich, dass dieser auf Grund der Verletzung das Spiel nicht fortsetzen kann.Wie ist zu entscheiden?
Die hier zu treffende Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab, die nachfolgend aufgelistet werden: • wird bei dem Wettspiel der Verhaltenskodex angewendet oder handelt es sich um ein Wettspiel, bei dem "nur" die Regularien der Wettspielordnung bzw. des Regionalligastatuts oder eines gleichrangingen Statuts angewendet werden? • War der Schlag des Balles zum Spieler ein "Frustschlag" oder handelt es sich um ein echtes Versehen?
Es ist unstrittig, dass der ballschlagende Spieler im Falle eines Frustschlages und Treffens des Gegners das Spiel nicht fortsetzen wird. Sollte der Verhaltenskodex Anwendung finden, so wird die Disqualifikation ausgesprochen (ggf. mit Überspringen der vorherigen Stufen). Wird das Spiel nicht mit Verhaltenskodex gespielt, so kann gemäß WO DTB auch hier eine Disqualifikation stattfinden, wenn sich der Spieler eines groben Verstoßes gegen den sportlichen Anstand schuldig gemacht hat - dieses ist in einem derartigen Fall wohl anzunehmen.
Handelt es sich aber eben um keinen Frustschlag, sondern um einen normal zurückgespielten Ball, dann liegt der Fall anders: Es handelt sich dann um eine Verkettung unglücklicher Umstände - die Schuldfrage hier eindeutig zu klären, dürfte sehr schwierig sein. Kann der Aufschläger aber das Match nicht fortsetzen, dann verliert er das Spiel.
Ist ein Spieler berechtigt zu verlangen, dass ein Ball oder mehrere Bälle, die im Spielfeld des Gegners liegen, entfernt werden?
Antwort :
„Grundsätzlich kann ein Spieler das Entfernen eines Balles aus dem gegnerischen Feld verlangen.
Es steht außer Frage, dass ein im gegnerischen Feld liegender Ball eine Behinderung darstellen kann und somit muss dieser entfernt werden. Diese Regelung gilt sowohl für den Aufschläger als auch für den Rückschläger. Weiterhin ist es den Spielern zuzumuten, Bälle aus dem eigenen Feld zu entfernen, wenn dies vom Schiedsrichter oder auch Gegner gefordert wird.
Selbstverständlich ist hier der Faktor der Behinderung ausschlaggebend. Es muss vermieden werden, dass jeder Ball auf Anfrage entfernt werden MUSS. Denn dies kann sowohl den Spielrhythmus stören, oder auch als Schikane beurteilt werden.
Sollte es hier zu Streitigkeiten kommen, muss der Schiedsrichter entscheiden, bzw. muss der OSR zum Platz. Auch der Oberschiedsrichter kann beim Spiel ohne Schiedsrichter entscheiden, ob ein Ball entfernt werden muss oder nicht.
Dies ist auch keine Regeländerung. Die Tatsache, dass der Fall aus den Tennisregeln genommen wurde, heißt nicht, dass der Spieler die Entfernung nicht mehr fordern kann. Der Grund für das Herausnehmen aus den Tennisregeln ist, dass es um eine Vereinfachung und Kürzung der Regeln ging. Ein weiterer Grund ist, dass die Verfasser der Tennisregeln davon ausgehen, dass das Entfernen der Bälle zur Tennis-Etikette gehört und somit selbstverständlich ist.“
Für verschiedene Wettspiele und Turniere gilt ab 2009 eine wichtige Regel: Anstatt eines 3. Satzes muss ein Match-Tie-Break gespielt werden. Sicherlich kann es da und dort vorkommen, dass im „Eifer des Gefechts“ statt des festgelegten Match-Tie-Breaks ein normaler 3. Satz begonnen wird.
Wie wird entschieden, wenn irrtümlich ein normaler 3. Satz begonnen wird und dieser Irrtum erst nach dem 2. Ballwechsel, bzw. nach dem 1. Spiel bemerkt wird?
Regel 27h der ITF Tennisregeln legt fest, dass nach dem zweiten gespielten Punkt nicht mehr zurück in einen Match-/Wettspiel-Tie-Break gewechselt werden darf.
Ab hier sind drei Fälle zu unterscheiden:
1. Der Satz wird solange fortgesetzt, bis entweder ein Spieler oder ein Doppelpaar drei Spiele und damit das Match gewonnen hat. Mögliche Satzergebnisse 3:0 oder 3:1.
2. Wird der Spielstand von 2 beide erreicht, wird ein entscheidender Match-Tie-Break bis 10 Punkte gespielt.
3. Wird der Irrtum erst entdeckt, nachdem das fünfte Spiel begonnen wurde, wird der Satz als normaler Satz fortgesetzt. Bei 6 beide wird ein normaler Tie-Break bis 7 Punkte gespielt.
Gemäß Anhang IV der ITF-Tennisregeln gibt es vor Beginn des entscheidenden Match Tie Breaks eine Satzpause von 120 Sekunden.
27.12.2009
Sie sind OSR bei einem Hallenturnier und werden zu einem Match gerufen, das von einem Stuhlschiedsrichter geleitet wird. Linienrichter sind nicht vorhanden. Um sich über den Sachverhalt zu informieren, fragen Sie zunächst wen?
a)- Beim Schiedsrichter?b)- Bei den Zuschauern, die das Spiel sehr interessiert mitverfolgt haben?c)- Bei den Spielern?
Die Antwort wäre a).
Nun zum Problem selbst: Während einem längeren Ballwechsel springt der Ball bei Spieler A, der übrigens Matchball hat, ziemlich knapp um die Grundlinie herum auf.
· Spieler A schlägt den Ball zurück, sagt aber dann leise zu sich „yes“, weil er der Meinung ist, der Ball sei aus gewesen. · Der Stuhlschiedsrichter sieht diesen Ball jedoch nicht im Aus, macht entsprechend keinen „AUS“ Ruf und lässt weiter spielen.· Spieler A und Spieler B spielen den Punkt zu Ende. · Den ausgespielten Punkt gewinnt Spieler A und das Match. · Spieler B legt Beschwerde ein und reklamiert auf Behinderung durch das Verhalten von Spieler A und möchte den letzten Punkt wiederholen.
Wie wird entschieden?
Punkt bleibt so wie gespielt.
Begründung: Spieler B hat dadurch, dass er weiter gespielt hat, seinen Beschwerdegrund verwirkt.
(Die Sachlage wird schwieriger, wenn Spieler B den Ballwechsel nach dem Verhalten von Spieler A sofort unterbricht. Aufgrund dieser Situation kann auf „Behinderung“ entschieden werden.
Die Entscheidung, ob eine Behinderung vorliegt, obliegt dem Stuhlschiedsrichter. Er muss bei einer von ihm erkannten Behinderung das Spiel von sich aus sofort unterbrechen.
Der Beauftragte für Schiedsrichterwesen und Regelkunde Thomas Dreher, Mannheim, stellt eine Regelfrage, die während der Verbandsspielzeit häufig eine Rolle spielt und nicht selten Anlass zu Diskussionen gibt.
Während eines Wettspiels beginnt es zu regnen!Wie verhält sich ein Oberschiedsrichter in dieser Situation richtig?
Zunächst sind zwei Fragen zu klären:
a) Wann muss ein Spiel unterbrochen werden?
Die Beantwortung dieser Frage sollte eigentlich ganz leicht sein, denn das Spiel sollte dann unterbrochen werden, wenn der Platz nicht mehr bespielbar ist.Dies ist eine Entscheidung, die oft der Schiedsrichter – wenn vorhanden – am bestentreffen kann. Die endgültige Endscheidung obliegt aber dem Oberschiedsrichter, der deshalb auch am Platz sein sollte. Da es auf die Bespielbarkeit des einzelnen Platzes ankommt, kann es auch sein, dass auf einem Platz bereits unterbrochen wurde, während auf den anderen Plätzen noch weitergespieltwerden kann. Generell gilt – soweit möglich – beim Satzwechsel oder nach einer geraden Anzahl von Spielen unterbrechen.
Sollte der Regen länger andauern, die Plätze gar unter Wasser setzen, muss der Oberschiedsrichter erst, bevor er das Spiel abbricht und verlegt, alle Möglichkeiten prüfen, ob es nicht doch, wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt des Tages, möglich ist das Spiel fortzusetzen, z. B. angefangene Spiele zu beenden oder gar die komplette Einzelrunde abzuwickeln.In den Verbandsligen und höher müssen die Spiele bei Regen in der Halle fortgesetzt werden und hier erhebt sich die Frage:
b) Wann sollten die Matches (auf Verbandsebene) in die Halle verlegt werden?
Dies ist immer eine sehr situative Entscheidung. Prinzipiell gilt, dass diese Entscheidungletztendlich der OSR trifft. Er sollte sie aber nicht gegen den Willen beider Mannschaftsführerdurchsetzen.Wichtig ist, dass beide Mannschaftsführer gemeinsam und frühzeitig über die Pläne desOSR informiert werden (z.B. „Wenn es bis ... Uhr nicht aufhört zu regnen, dann ... .“oder „Wir treffen uns um ... Uhr wieder.“). Treffen Sie Ihre Absprachen / Entscheidungenniemals mit nur mit einem Mannschaftsführer, sondern beziehen Sie in das Gespräch immer beide Mannschaftsführer mit ein.
Die Tennisregeln der ITF geben vor, dass man auch mit gerissener Saite spielen darf. Dies bezieht sich sowohl auf das Beenden eines Punktes (bspw. beim Return reißt die Saite), als auch auf das Beginnen eines neuen Punktes mit gerissener Saite (bspw. Aufschlagen oder Returnieren mit einem Schläger, bei dem eine Saite gerissen ist).
In dieser allgemeinen Form gilt diese Tennisregel bei allen Turnieren und Wettspielen (Jugend, Erwachsene, Senioren und das unabhängig vom Kontinent).
Der Hintergrund für diese Regel ist, dass man z. B. jugendliche Spieler, die nur einen Tennisschläger besitzen, nicht benachteiligen will. Sie können ihr Spiel beenden, wenn auch mit dem Handicap der gerissenen Saite.
Im Profibereich, also bei Turnieren der ATP, WTA, ITF wurden allerdings Anpassungen in der Form gemacht, dass ein neuer Punkt nicht mit einer gerissenen Saite begonnen werden darf.
Diese Einschränkung der allgemeinen ITF-Tennisregeln wird im Fallbeispiel 4 der „ITF-Regel 4: Schläger“ von 2008 behandelt:„Während eines Punktes reißen am Schläger eines Spielers die Saiten. Darf der Spieler das Spiel fortsetzen und mit diesem Schläger einen weiteren Punkt spielen?Die Entscheidung heißt eindeutig: JA. Eine Ausnahme ist nur erlaubt, wenn der Turnierveranstalter dies in seinen Turnierbestimmungen ausdrücklich untersagt.“
28.12.2009
Die Mannschaft TC XYZ spielt in der Oberliga und ist gastgebender Verein. Die Gastmannschaft kommt 15 Minuten zu spät und tritt nur mit 5 Spielern an.
Vor Übergabe der Mannschaftsaufstellung zur späteren Offenlegung der Einzel entschuldigt sich der Spielführer der Gastmannschaft für die Verspätung und stellt die Frage, ob man an Spielposition 6 trotzdem einen Spielernamen eintragen könnte, damit kein Ordnungsgeld fällig wird. Wie sollten Sie sich verhalten?
Trotz der Verspätung von 15 Minuten wird das Spiel durchgeführt. WSPO §24 Abs.2 Zeile 1 u.2 sagt: Tritt eine Mannschaft bis zu 30 Minuten nach der festgelegten Zeit an, so ist das Spiel mit einem entsprechenden Vermerk im Spielbericht trotzdem durchzuführen.
Wenn der Vorschlag, einen nicht anwesenden Spieler in den Spielberichtsbogen einzutragen, an Sie herangetragen wird, sollten Sie sich bewusst sein, dass eine solche „Gefälligkeit unter Sportkameraden“ einen Regelverstoß darstellt, der geahndet wird.
Für die Mannschaft, die einen nicht anwesenden Spieler einträgt, kommt hier §28 Abs. 5 zur Geltung, der besagt: Wird ein Spieler unter falschem Namen oder ein ohne Berechtigung gemäß § 26 Ziff. 2 WSpO nicht anwesender Spieler eingetragen, so kann die Mannschaft dieses Spielers aus der laufenden Runde gestrichen werden!
Aber auch die Mannschaft, die vollzählig angetreten ist und sich auf diesen „Deal“ einlässt, riskiert eine Bestrafung: Wird ein Einzel- oder Doppelspiel überhaupt nicht durchgeführt und ein manipuliertes Ergebnis im Spielbericht eingetragen, so wird das Mannschaftsspiel für beide Mannschaften gemäß § 13 Ziff.2b WSPO als verloren gewertet.
Um auf das oben erwähnte Ordnungsgeld einzugehen, zeige ich Ihnen im Folgenden die Kosten auf, die entstehen können:
1. Verspätetes Antreten bis zu 30 Minuten: 50 €2. Nicht vollzähliges Antreten auf Verbandsebene 25 € pro Einzel 25 € pro DoppelIm Vergleich dazu:
3. Nichtdurchführung eines Einzel- oder Doppel-spieles und Eintragung eines manipuliertenErgebnisses im Spielbericht 100 – 700 € je Verein
Sie sind OSR und werden bei einem Mannschaftswettspiel auf den Platz gerufen. Folgende Situation hat sich ereignet:
Spieler A gibt einen Ball „Aus“, unmittelbar nachdem er ihn zurückgeschlagen hat. Er hat den Ball also gut erreicht und war noch im Ballwechsel. Spieler B spielt den Ball nicht mehr zurück. Spieler A geht (freiwillig) zum Abdruck und sagt: „Sorry, der Ball hat die Linie doch noch etwas berührt. Ich gebe 2 neue Bälle.“ Spieler B sagt: „Nein, den Punkt bekomme ich.“ Spieler A: „Nein, den Punkt bekommst Du nur bei einem Winnerschlag, aber in diesem Fall waren wir mitten im Ballwechsel, daher gibt es nur 2 neue Bälle, also Punktwiederholung.“ Wer hat Recht?
Recht hat Spieler B.
Begründung: Nach den Empfehlungen für das Spiel ohne Schiedsrichter (ITF-Regelung) gelten für Aschenplätze ergänzende Bestimmungen. Diese besagen unter anderem: "Ruft der Spieler fälschlicherweise einen Ball »aus« und stellt dann fest, dass der Ball gut war, verliert er den Punkt."
1. Beim Doppel Petzschner/Waske gegen Henman/Rusedski schlägt im Tie-Break Petzschner bei 2:1 auf und serviert ein Ass. Danach wird bemerkt, dass eigentlich die Gegner hätten servieren müssen. Wie entscheiden Sie als OSR ?
a) Spielstand 2:1. Der Punkt muss wiederholt werden, die Gegner servieren. b) Spielstand 3:1. Petzschner serviert noch mal, danach die Gegner zwei Mal. c) Spielstand 3:1. Die Gegner servieren den nächsten Punkt.
2. Beim Stande von 30:15 in einem Doppel bemerkt man, dass die Rückschläger beim letzten gespielten Punkt falsch standen. C hat irrtümlich den dritten Punkt returniert, obwohl er auch schon den zweiten Punkt zurückgeschlagen hat. Sie als OSR werden zu diesem Doppel gerufen. Wie ist Ihre Entscheidung?
a) Die Rückschläger müssen sich sofort wieder korrekt aufstellen. b) Die Rückschläger müssen für den Rest des Returnspiels so bleiben. c) Die Rückschläger müssen für den Rest des Satzes so bleiben. d) Die Rückschläger müssen für den Rest des Matches so bleiben.
3. Im Doppel A/B gegen C/D schlägt Spieler B außer der Reihe auf. Beim Stand von 40:15 und 1. Aufschlag-Fehler wird bemerkt, dass eigentlich Spieler A hätte aufschlagen müssen. Wie lautet die Entscheidung des OSR ?
a) Das Spiel wird so vertauscht weiter gespielt. b) Das Spiel wird erneut begonnen mit Aufschlag Spieler A c) Spielstand 15:40, Spieler A schlägt auf, zweiter Aufschlag d) Spielstand 40:15, Spieler A schlägt auf, zweiter Aufschlag e) Spielstand 40:15, Spieler A schlägt auf, erster Aufschlag
Zum Schluss noch der Hinweis: Denken Sie daran, dass ab dieser Saison im Doppel der 3. Satz nicht ausgespielt, sondern im Match Tie-Break (Champions Tie-Break) entschieden wird.
Richtige Antworten:
Frage 1) c Frage 2) b Frage 3) d
An einem Spieltag fängt es an zu nieseln. Da die Plätze bespielbar sind, werden die Spiele nicht unterbrochen. Einer der Spieler ist Brillenträger. Nach jedem gespielten Punkt geht er zur Bank, holt aus seiner Tennistasche ein Tuch und reinigt seine durch den Nieselregen beschlagene Brille. Der Aufforderung seines Gegenspielers, dies zu unterlassen, kommt er nicht nach.
Das Match darf ab dem Zeitpunkt des Wettspielbeginns nicht unterbrochen werden (ITF Regel 29a). Zwischen den Punkten sind höchstens 20 Sekunden Pause erlaubt (wenn keine Ballkinder vorhanden sind, gelten 25 - 30 Sekunden Pause als angemessene Zeit). Danach muss der Spieler den nächsten Punkt beginnen, das Spiel wieder aufnehmen.
Da der geschilderte Vorgang mit Sicherheit länger dauert als diese Zeitspanne, riskiert der Spieler eine Verwarnung. Daher sollte der OSR hinzugezogen werden.
Unter Umständen ist auch eine Disqualifikation auszusprechen, wenn der Spieler nach Aufforderung durch den OSR, das Spiel wieder aufzunehmen bzw. ohne Verzögerungen fortzusetzen, sich weigert, dies zu tun.
Auch unter den geschilderten Wetterbedingungen gibt es für Brillenträger keine Ausnahme. Bei einer solchen Beeinträchtigung kann vom Spieler erwartet werden, dass er das Brillenputztuch in einer seiner Tennishosentaschen bereit hält, um sich schnellstmöglich, d.h. innerhalb der erlaubten Zeitspanne, wieder freien Blick verschaffen zu können.
Bei einem Turnier beobachten Sie als Oberschiedsrichter, dass ein Spieler zu seinem Trainer etwas sagt. Der Trainer antwortet weder verbal noch mit Gesten. Was sollten Sie als Oberschiedsrichter unternehmen?
a) Sie weisen den Spieler darauf hin, dass er nicht mit seinem Trainer sprechen darf.b) Sie sprechen einen Kodexverstoß wegen Coachens aus.c) Sie sprechen einen Kodexverstoß wegen unsportlichen Verhaltens aus.d) Sie unternehmen nichts, solange der Trainer nicht antwortet.
Die Coaching-Regel spricht von einer Kommunikation (verbal und nonverbal) zwischen Spieler und Trainer. In diesem Fall gibt es keine Kommunikation, da nur der Spieler spricht. Antwort d) ist richtig.
Sollte jedoch der Coach allein sprechen, so muss ein Kodexverstoß wegen Coachens ausgesprochen werden.
Auch bei einem Mannschaftswettspiel, bei dem das Coachen von Spielern grundsätzlich erlaubt ist, darf dies aber nur beim Seitenwechsel geschehen. Wird zwischen den Punkten Ratschlag erteilt, so darf bzw. sollte ein Kodexverstoß ausgesprochen werden.