2018

Happy Birthday, Boris Becker!

22.11.2017

Vor genau 50 Jahren erblickte Boris Becker das Licht der Welt. Was der schlaksige, rotblonde Junge aus Leimen später noch erreichen sollte, konnte damals niemand ahnen. Der Badische Tennisverband gratuliert seinem Ehrenmitglied Boris Becker ganz herzlich zu seinem 50sten Geburtstag!

Schmunzelnd erinnern sich…

Otto Dressler, Vorsitzender der Lehrkommission des BTV und ehemaliger Lehrer am Helmholtz Gymnasium Heidelberg:

Als ich 1982 als junger Lehrer an das Helmholtz Gymnasium Heidelberg kam, war Boris bereits drei Jahre dort Schüler. Man gab mir sofort die Aufgabe, die Tennis-Schulmannschaft im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ zu betreuen. Obwohl Boris bereits einen Namen als großes Tennistalent hatte, war er sich nicht zu schade seiner Schule für sämtliche Spiele zur Verfügung zu stehen. So bedankte er sich für die vielen Freistellungen zu Turnieren, ohne dabei an Ranglistenpunkte zu denken. Die Mannschaft des Helmholtz-Gymnasiums, mit ihm, Jörg Gottselig, Matthias Dernbach, Alexander Stetter und Martin Sann wurde in diesem Jahr auch Landessieger auf dem Stuttgarter Weißenhof und dies unmittelbar vor dem bekannten Weißenhof Turnier. Im Endspiel, das Boris souverän gewann, blieben doch viele Leute stehen, um den rotblonden Jungen mit der krachenden Vorhand, dem variablen Aufschlag und dem unbändigen Siegeswillen zu bewundern.
Ich konnte die Jungs abends zur Pizza einladen und wir flachsten noch, wer wohl irgendwann in einem Wimbledonfinale stehen würde und wie wir dann an Karten kämen. Keiner damals konnte das legendäre Ereignis drei Jahre später erahnen. Glücklicherweise vergaß Boris seine Schläger, damals der „Adidas Ivan Lendl“, die ich dann in der Folgewoche während des Turniers abholen und eben diesem Ivan Lendl zuschauen konnte.

In den nächsten Jahren wurde ich in den Trainerstab des Verbandes und Bezirks aufgenommen und ich erinnere mich, dass Boris der sich mittlerweile zum Tennis Weltstar gespielt hatte, doch einige Male mit seinen jeweiligen Tourtrainern das LLZ in Leimen zum Training nutzte, und dies ohne jegliche Starallüren parallel zum Jugendtraining des Verbandes, Autogramme inclusive.

Selbstverständlich schließe ich mich den Glückwünschen zum runden Geburtstag von Boris gerne an, verbunden mit dem Wunsch, zur vollständigen Gesundung seines über die Spielerjahre doch sehr beanspruchten Körpers.


 Otto Dressler und die JtfO-Mannschaft des HGH von 1982

 

Miriam Kende (geborene Schropp), zur selben Zeit Kaderathletin des BTV:

Wenn ich an die gemeinsamen Trainingsjahre im LLZ Leimen denke, erinnere ich mich vor allem daran, mit welchem Einsatz Boris die Trainingseinheiten absolvierte: Er fluchte, schimpfte, lachte, weinte,… aber niemals hätte er auch nur einen Ball verloren gegeben.
Während der Trainingsnachmittage war immer etwas los in der Halle, „Leben in der Bude“. Das hat auch die anderen Jugendlichen motiviert. In dieser Zeit herrschte eine ganz besondere Atmosphäre im LLZ. Dafür war sicherlich auch der damalige Verbandstrainer Boris Breskvar verantwortlich. An Ostern 1983 hatten wir zusammen mit Boris nochmal einen DTB-Lehrgang unter der Leitung seines späteren Trainers Günter Bosch in Monte-Carlo. Während Boris dort mit dem damaligen Weltklassespieler Guillermo Vilas trainieren durfte, spielte ich gegen Gabriela Sabatini.
Ich erinnere mich auch an den Running Gag der früheren Turnierreisen: „Boris hat die Schläger liegen lassen“, „…seine Schuhe vergessen“, „sitzt im falschen Zug“ oder „hat Ameisen im Bett.“

Viele Grüße und Glückwünsche zum Geburtstag, Boris!

 

…und Christian Pöttinger (aka Pötti), ehemaliger "Sparringspartner":

Keine Angst, ich möchte Ihnen nicht von einer Katastrophe oder Tragödie berichten; im Gegenteil… von einer sehr netten Anekdote… nämlich von einer meiner ersten Begegnungen mit Boris. Ich nenne sie „Sirenenalarm beim TC Lahr“ – Es war vor nun 41 Jahren, im Finale der Badischen Meisterschaften U10 beim TC Lahr (damals gab es in diesem Alter noch keine Junioren, sondern „Knaben“smiley). An alles im Detail kann ich mich ehrlicherweise nicht mehr 100% erinnern, aber an einige Dinge schon. Es war ein sehr heißer Juli-Sommertag und es war damals noch lange nicht die Zeit der schicken Baseball Caps, sondern als bevorzugten Kopfschutz gegen Hitze und Sonne trug man diese altmodischen Sonnenhüte, die heutzutage nur noch bei Babys oder auch während mancher Medenspiele Ü60+ zu finden sind. Jedenfalls trugen Boris und ich beide ebendiesen edlen Kopfschmuck. War mein Hut schon deutlich zu groß, so konnte man Boris’ mit Sicherheit als überdimensional bezeichnen, der – er war fast zwei Jahre jünger als ich und insgesamt der Jüngste im Feld – etwas übertrieben formuliert fast ein Viertel seiner Körpergröße ausmachte. Unter den strengen Augen unseres damaligen Verbandstrainers Boris Breskvar und in Anwesenheit unserer Eltern begann das Match auf dem Center Court – für beide das erste Finale bei einer Badischen; die Nervosität war entsprechend groß. Nach zwei Punkten und einem 0:30-Rückstand gab es den ersten lauten „Sirenenalarm“ und bitterliches Weinen auf Boris’ Seite, welches sich in der Folge noch kontinuierlich steigerte, da der Anfang nicht gut für ihn lief und mancher Besucher beim TC Lahr sich ob der Lautstärke schon wunderte, was sich auf dem M-Platz wohl zutragen mag. Zufrieden – mit einer 3:0-Führung im Rücken – ging ich zum Seitenwechsel; ich hatte ja alles im Griff. Von wegen… da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt (Boris) gemacht. Obgleich zu dieser Zeit noch mindestens einen Kopf kleiner (später war das ganz anderssmiley), war sein unbändiger Kampfgeist schon damals mehr als erkennbar, Knie und Ellbogen waren aufgeschürft und recht schnell stand es 1:3, 2:3, 3:3… spätestens jetzt kam der nächste „Sirenenalarm“, aber dieses Mal von mir auf der anderen Seite… nicht minder laut, einfach nur schrecklich. Von diesem Moment an war auf dem Center Court kein leerer Zuschauerplatz mehr zu finden. Dieses Drama überbot fast die Leiden des jungen Werthers und das wollte sich keiner auf der Anlage entgehen lassen. Boris Breskvar saß teils kopfschüttelnd, teils aber auch amüsiert am Spielfeldrand und meinte nur: „Mann, was seid Ihr bloß für Heulsusen“. So ging es dann auch konsequent weiter bis zum Ende des Matches, über dessen Ausgang hier nichts weiter berichtet wird, da es für die Anekdote völlig unbedeutend ist. In jedem Fall war „Lahr 1976“ ein sehr einprägender Beginn für eine langjährige Jugendtennis-Kamerad- und Freundschaft mit wirklich vielen schönen, tollen und unvergessenen Erlebnissen. Und wer - außer Boris selbst vielleichtsmiley - hätte an diesem heißen Juli-Tag im Traum daran gedacht, welch sagenhaften Triumph er fast genau neun Jahre später auf dem heiligen Rasen in Wimbledon erringen und welche Wahnsinns-Tenniskarriere sich daran anschließen würde…  

Heute wird Boris nun also 50… alles Gute, herzlichen Glückwunsch und „willkommen im Club, alter Knabesmiley“ – Pötti


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