2017

French Open: In Paris rollt der Ball

23.05.2017

Für die deutschen Teilnehmer der French Open Qualifikation wird es ernst: Benjamin Becker, Daniel Brands, Peter Gojowczyk, Tobias Kamke, Maximilian Marterer, Daniel Masur und Oscar Otte bei den Herren sowie Tamara Korpatsch und Antonia Lottner bei den Damen versuchen das begehrte Ticket fürs Hauptfeld zu erkämpfen.

Der Deutsche Tennis Bund sprach FedCup-Teamchefin Barbara Rittner und Davis Cup-Kapitän Michael Kohlmann über das anstehende Event, die Chancen der deutschen Profis und die Athmosphäre beim zweiten Grand Slam Turnier des Jahres.

 

Barbara Rittner über…

…die Situation von Angelique Kerber:

Sie hat in den letzten Wochen mit ihrem Oberschenkel zu kämpfen gehabt und die Ergebnisse entsprechen sicher nicht ihrem eigenen Anspruch. Ich hoffe, dass sich Angie bei den French Open auf die Stärken besinnt, die sie zur Nummer eins der Welt gemacht haben. Sie hat in Paris keine Punkte zu verteidigen – vielleicht kann sie dadurch befreiter aufspielen. Wichtig ist, dass sie gut ins Turnier hineinfindet.

…die Form von Julia Görges:

Niemand will in der ersten Runde gegen eine Julia Görges ausgelost werden, die gesetzten Spielerinnen haben alle großen Respekt vor ihr. Sie ist in einer unglaublich starken Form und hat in den letzten Wochen gezeigt, dass sie auf Sand jede Spielerin schlagen kann.

…die Aussichten von Laura Siegemund:

Wer den Porsche Tennis Grand Prix gewinnt und dabei hintereinander Karolina Pliskova, Simona Halep und Kristina Mladenovic schlägt, der kann auch in Paris ganz weit kommen. Ich traue Laura viel zu, sogar ein überraschendes Halbfinale. Natürlich braucht es dazu ein wenig Losglück und einen guten Start ins Turnier.

…die Chancen der deutschen Teilnehmerinnen in der Qualifikation von Roland Garros:

Ich glaube, dass Antonia Lottner und Tamara Korpatsch gute Chance haben, sich zu qualifizieren. Es kommt natürlich auch auf die Auslosung an. Die Qualität, um das Niveau der ersten 100 in der Welt mitzuspielen, haben beide Spielerinnen. Tamara hat sich stetig entwickelt und Antonia ist zwar gesundheitlich noch nicht wieder ganz auf der Höhe, aber nach der Rückkehr zu Trainer Robert Orlik wieder auf dem richtigen Weg. Ich bin gespannt und neugierig auf die Auftritte der beiden.

...ihre persönliche Favoritin auf den Sieg:

Das ist unglaublich schwer zu sagen, eine richtige Favoritin gibt es für mich nicht. Simona Halep hat in den letzten Wochen wieder konstant gut gespielt. Titelverteidigerin Garbine Muguruza hat mit Ausnahme des Halbfinales in Rom in den letzten Wochen nicht sonderlich erfolgreich agiert. Aber wenn man an die Stätte eines so großen Erfolges zurückkehrt, ist immer vieles drin. Kristina Mladenovic scheint aktuell auch sehr konstant zu sein, aber ob sie schon für so etwas Großes wie einen Grand Slam-Sieg in der Heimat bereit ist, das ist schwer zu beurteilen. Allerdings meistert sie die vergleichbare Drucksituation beim Fed Cup auch immer hervorragend und nimmt das Publikum unglaublich gut mit. In Paris kommt es immer sehr stark auf die Wetterlage an. Wenn es warm ist und die Bälle springen, dann kann man unheimlich aggressiv spielen. Die Plätze können, wenn es kalt und nass ist, auch sehr langsam werden – dann muss man kämpfen und rennen.

…ihre Erinnerungen an den Sieg gegen Mary Pierce bei den French Open 1996:

Mary Pierce war damals ein Superstar. Wir spielten in der dritten Runde auf einem immer voller werdenden Center Court und am Anfang waren die französischen Zuschauer alle gegen mich. Ich hatte zwei Wochen zuvor bei den German Open in Berlin noch gegen sie verloren. Sie dann in einem so großen Match zu schlagen und zum ersten Mal in ein Grand Slam-Achtelfinale einzuziehen, das war schon besonders. Ich weiß noch, dass ich abends mit meinem Trainer im Hard Rock Café essen war und eine Wiederholung des Matches dort auf einer großen Leinwand gezeigt wurde. Viele der Gäste haben mich erkannt und mir gratuliert, selbst Franzosen. Das war für mich eine ganz neue, aufregende Erfahrung und auf jeden Fall ein ganz spezieller Moment in meiner Karriere.

…ihren Lieblingscourt in Roland Garros:

Ich mag den Court Nummer zwei besonders gerne. Das ist so ein kleiner, gemütlicher, rundherum eingekastelter Platz. Dort werden häufig Franzosen angesetzt und viele Favoriten tun sich besonders schwer. Ich selbst habe auf diesem Court zwar nie besonders gut gespielt, aber auch heute schaue ich dort am liebsten bei Matches zu.

…den Stadionausbau in Paris

Die French Open sind gegenüber den anderen Grand Slams ins Hintertreffen geraten und müssen dringend etwas tun. Ich habe mir die Pläne zum Um- und Ausbau auch schon angeschaut und finde sie gut. Ein Dach ist für die Fernsehübertragung immens wichtig, damit es keine Ausfälle gibt – das sieht man in Wimbledon. Gerade in den letzten Jahren war das Wetter in Paris immer sehr unbeständig. Es wird also Zeit, dass die Franzosen endlich nachziehen.

 

Michael Kohlmann über…

…die Chancen von Alexander Zverev:

Das ist vor der Auslosung natürlich immer schwierig vorherzusagen. Dank seines Erfolges in Rom wird er an Position neun gesetzt sein, was generell wichtig ist, da er dadurch den großen Namen zunächst aus dem Weg geht. Er hat in diesem Jahr schon drei Turniere gewonnen, sein Sieg am Wochenende in Rom war das bisherige Highlight seiner Karriere. Er hat gezeigt, dass er in Topform ist. Was in Paris möglich ist, das ist schwer zu prognostizieren. Wie weit es geht, hat mit Auslosungsglück zu tun, damit, wie man in ein Turnier startet und ob man die Form über so einen langen Zeitraum halten kann. Aber ich bin überzeugt, dass er zumindest sehr gute Chancen hat, die zweite Woche zu erreichen.

…die Reife von Zverev für einen Grand Slam-Titel:

Letzte Woche habe ich gesagt, dass ihm noch ein Zwischenschritt fehlt, nämlich der Sieg bei einem Masters-Turnier. Nun ist ihm dieser in Rom gelungen. Unglaublich! Damit ist er jetzt in jedem Fall reif für einen Grand Slam-Titel. Aber natürlich sind Best-of-Five-Matches noch mal etwas ganz anderes. Dennoch gehört er nach seinem Sieg in Rom für mich zum Kreis der French Open-Favoriten.

…die Verpflichtung von Andre Agassi als Trainer von Djokovic:

Ich würde mich freuen, künftig auch häufiger Steffi Graf zu treffen (lacht). Agassi war einer der besten Spieler aller Zeiten und dazu noch ein absoluter Sympathieträger. Ich kann mir gut vorstellen, dass es ihm wie zuvor Boris Becker gelingt, noch ein paar Prozent aus Djokovic herauszuholen.

…seinen persönlichen Favoriten auf den Sieg:

Definitiv Rafael Nadal! Er ist das Nonplusultra auf Sand – und er wird besonders heiß darauf sein, seinen zehnten Titel in Roland Garros zu gewinnen.

…das besondere Flair der French Open:

Die Stimmung ist immer speziell, die Atmosphäre toll und die Tribünen proppenvoll. Insbesondere am Mittwoch, dem Kindertag, ist es dort immer besonders laut und belebt.

…die französischen Fans:

Die Fans bei den French Open sind außergewöhnlich, denn sie respektieren in der Regel immer die Schiedsrichterentscheidungen. Wenn ein Spieler sich auf dem Platz schlecht benimmt, wird das von den Zuschauern sofort mit Pfiffen quittiert.

Quelle: DTB


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